Diese Themenseite gilt allein einer bestimmten Selbstauslöser-Reihe und beschreibt deren Entwicklung in chronologischer Folge.

HANSA

Die Omiya Trading Co. in Tokio verkaufte bereits seit 1932 unter dem Markennamen Hansa Fotozubehör und Kameras. Bei Selbstauslösern wurde sie seit 1948 von der Kobayashi Seiki Seisakujo Co. (KSS) beliefert, was die Ähnlichkeit zum Kobal und Kopil erklärt. Technisch war der Hansa Self Timer stets up to date und hat ein entsprechend vielseitiges Erscheinungs­bild. Er wurde bis 1965 als "The Most Advance Self-Timer in Photographic History" verkauft.

1948: HANSA (URTYP)

Die Urtypen der Hansa Self Timer waren in Größe und Erscheinungsbild den klassischen deutschen Moment­auslösern nachempfunden. Sie waren matt verchromt und wurde in den Ausführungen Ordinary (A) und Cable Release (B) ange­boten. Es folgen die Ausführungen Leica & Canon (C) und Rollei (D) sowie ein Wechsel auf blank verchromt. Nach der japanischen Patenterteilung erhielten alle vier Ausführungen analog zum KSS Kobal die zusätzliche Beschriftung "PAT.NO.363919", etwas später dann "JAP.PAT.363919:366274".

Zunächst wurden alle Hansa Self Timer in orange und grün bedruckten Pappkartons ausgeliefert. Zur besseren Unterscheidbarkeit der verschiedenen Ausführungen wählte man danach farbige Etiketten auf einem sonst weißen Karton: (A) rosa, (B) orange, (C) türkis und (D) gelb. Etwa 1950 wurde auf Blechschachteln umgestellt, wobei sich auch die Farben änderten: (A) türkis, (B) silber, (C) violett (D) orange.

1951: HANSA (MOD. I)

Der Hansa Self Timer wurde ab 1951 mit deutlich kleinem Gehäuse in allen vier unterschiedlichen Ausführungen an­geboten: (A) Ordinary, (C) Leica & Canon, (D) Rollei und (B) Cable Release. Als Varianten befindet sich der Abstell­hebel zunächst rechts, dann links.

Mit dem neuen Modell gab es erstmals Schachteln aus Kunststoff mit einer nun dauerhaft bestehenden Farbwahl, wobei bald auch ein transparentem Deckel einen direkten Blick auf den Selbstauslöser erlaubte: (A) blau, (C) gelb, (D) grün und (B) rot.

1954: HANSA (MOD. Ia)

Eine weitere Änderung ergab sich mit einem neuen Aufzieher. Statt einem einfachen Hebel gab es nun zwischen den Aufzugknöpfen eine zusätzliche Scheibe mit Fenster für ein Ziffernblatt, bei dem man die eingestellte Vorlaufzeit ablesen kann. Alle vier Ausführungen blieben erhalten, wobei auch hier kleinere Details erkennbar sind.

Typ a) Ziffernblatt weiß mit schwarzen Zahlen, teils schon mit seitlichem Schiebeknopf

Typ b) Ziffernblatt schwarz mit weißen Zahlen, seitlicher Schiebeknopf

1956: HANSA 'MOD. II' (Typ a und b)

Eine echte Innovation erreichte Hansa durch das offizielle Modell II. Während das Design weitgehend vom Vorgänger übernommen wurde, schnappt beim Aufziehen automatisch ein Druckknopf am Kopfende des Selbstauslösers heraus, den man zum Start einfach nur herunterdrücken muss. Diese neue patentierte Technik machte den Hansa Self Timer sehr beliebt und zum "The Most Advance Self-Timer in Photographic History". Es gab ihn in den Ausführungen Ordinary, Rollei sowie Leica & Canon, wobei zunächst zwei Typen erschienen:

Typ a) Ziffernblatt weiß mit schwarzen Zahlen (Abb.)

Typ b) Ziffernblatt schwarz mit weißen Zahlen

1958: HANSA 'MOD. III'

Etwas griffiger als sein Vorgänger wurde der neue Hansa Self Timer III. Das neue Modell hatte weiterhin einen Druckknopf am Kopfende und unterschied sich lediglich durch ein nun breites Aufzugrad, wie es bereits bei vielen Modellen des Kopil üblich war. Es gab ihn wieder in den Ausführungen Ordinary, Rollei und Leica & Canon.

1958: HANSA 'FOR MOVIE'

Mit dem Erscheinen von Schmalfilmkameras wurde bei Hansa erst­mals und einmalig eine neue Form eines Selbstauslösers angeboten. Mit dem Hansa for Movie konnte man nach kurzer Vorlaufzeit Filmsequenzen bis zu 20 Sekunden einstellen. Bis auf den Namen unterscheidet sich dieses Gerät nicht vom Kopil for Movie.

1958: HANSA 'MOD. II' (Typ c)

Der Hansa Self Timer II blieb mit seiner flachen Aufzugscheibe mit zwei Knöpfen prinzipiell erhalten, wurde jedoch durch eine kontrast­reiche Lackierung optisch aufgewertet. Auch hier gab es die Ausführungen Ordinary, Rollei, Leica & Canon.

Aufzugscheibe weiß lackiert

1960: HANSA 'MOD. II' (Typ d)

Ausführungen nur noch Ordinary und Leica & Canon.

Aufzugscheibe schwarz lackiert

1962: HANSA 'MOD. III' (Typ b)

Der Hansa Self Timer III wurde noch einmal überarbeitet, wobei sein bisheriges breites Aufzugrad durch eine dicke Aufzugscheibe ersetzt wurde. Optisch entspricht er damit wieder einem Kopil Self Timer und unterscheidet sich lediglich in der Beschriftung sowie dem vorderseitigen Firmenlogo.

Diesen Typ gab es nur noch Ausführung Ordinary.

1963: HANSA 'MOD. II' (Typ e)

Mit den 60er Jahren ging die Nachfrage an Selbstauslösern drastisch zurück. Beim Hansa Self Timer II zeigte sich dies durch den Verlust kleinerer Details. Hatte das Gehäuse bisher eine auf Hochglanz polierte Vorderseite, war es nun rundum matt verchromt. Die Aufzugscheibe wurde nur noch einfach schwarz bedruckt und verlor dadurch ihren rot abgesetzten Pfeil. Weiterhin gab es nur noch die Ausführung Ordinary, lediglich in einem Folienetui, ohne die sonst übliche Schachtel.

Im Jahre 1965 ging die Ära des Hansa Self Timer zu Ende.

letzte Änderung: 05.09.20