SELBSTAUSLÖSER (JAPAN)

Japanische Selbstauslöser sind nicht so spannend wie die aus Europa oder den USA. Während dort bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts die unterschiedlich­sten Techniken probiert wurden, ging es in Japan deutlich später los. Bis dahin war die Uhrwerkshemmung bereits etablierte Methode und schränkte skurrile Erfindungen deutlich ein.

Vor allem in den 50er und 60er Jahre wurden dann aber auch mehrere Millionen Selbstauslöser 'Made in Japan' weltweit verkauft. Und als dann überall die Nachfrage und damit die Produktion zurückging, gab es in den 90er Jahren noch ein interessantes Revival. Zumindest in Japan.

1930: HAKA 'AUTOKNIPS' (REGISTERED JAPAN)

Im Jahre 1930 tauchten die ersten Selbstauslöser in Japan auf. Es waren die beiden Modelle des deutschen Autoknips von Heinrich Klapprott aus Hamburg.

Zwei Patentanmeldungen und die zusätzliche Bezeichnung "Registered Japan" schützten sie anfangs vor Nachahmung, doch lieferten sie gleichzeitig die Vorlage für künftige Produkte "Made in Japan".

1933: ASANUMA 'KING SELF TIMER'

Die Nachfrage an Selbstauslösern überstieg bei weitem die Herstellungskapazitäten aus Hamburg. Heinrich Klapprott ver­kaufte daher Produktionslizenzen des Patents 21096 an die Asanuma Shōkai Co., Ltd., Japans ältesten Hersteller foto­grafischer Geräte. Unter der Eigenmarke KING entstanden so erste Nachbauten des Autoknips I, zunächst vernickelt wie beim Original, dann jedoch rundum verchromt und auch mit Namen von Distributoren, wie C.H., Mulber, Ideal, Clover, Lilette, Olympic, Pyramid und Tsubasa.

1937: ASANUMA 'KING SELF TIMER II'

Neben dem Momentauslöser baute die Asanuma seit 1937 nun auch den Zeitauslöser Autoknips II nach. Selbst die altersbedingte Verfärbung der Zeiten­scheibe stimmt überein. Deutlichster Unter­schied zu den deutschen Vorbildern ist die Metall­oberfläche, die stets verchromt statt sonst wie beim Autoknips üblich vernickelt wurde. Auch bei diesem Modell sind verschiedene Namen bekannt.

1938: HAGI 'CLOVER DIRECT SELF TIMER'

Die erste Weiterentwicklung des klassischen Autoknips I zeigte sich mit dem Clover Direct Self Timer und dem Patent 263847 der Hagi Industrial Trade Co., Ltd. 

Wurde Hagi in Sachen Selbstauslöser bislang von Asanuma beliefert, entwickelten sie ohne großen Aufwand den ersten direkt aufschraubbaren Uhrwerks-Selbstauslöser Japans und damit den Grundstein vieler weiterer Geräte.

1948: KSS 'KOBAL'

Die Kobayashi Seiki Seisakusho (KSS) wurde von Tomo Kobayashi als private Werkstatt für Foto­zubehör ge­gründet. Zu ihren Produkten gehörte der patentierte Selbstauslöser Kobal mit integriertem Auslösestift. Erste Ausführungen sind matt verchromt und tragen neben "Made in occupied Japan" die Beschriftung "Jap. Pat. No. 363919", spätere sind blank verchromt und tragen zusätzlich den Hinweis auf ein zweites Patent.

Besteller größerer Mengen konnten ihre eigene Beschriftung anbringen lassen. Auch waren kleinere Variationen in der Ausführung möglich. Bekannt sich Geräte von ATA, Centre, Colon, CW, Hansa, Haruna, Iris, Konan, Lightlon, Nikon, Pearl, Pigeon, Riken, Rise, Rocket, Rhythm, Sanko, Standard, Star, Suehiro und World.

1948: HANSA SELF TIMER

Die Omiya Trading Co. verkaufte bereits seit 1932 unter dem Markennamen Hansa Fotozubehör und Kameras. Über viele Jahre wurde sie von der KSS mit Selbstauslösern beliefert. Entsprechend hoch ist die Ähnlichkeit und die Vielfalt der Ausführungen zum KSS Kobal als auch zum späterem Kopil. (siehe auch Themenseite Hansa)

1948: KOBAYASHI SEIKI 'FOR NIKON'

Die Nippon Kogaku begann im April 1946 mit dem Nach­bau von deutschen Leica-Kameras, deren Patentschutz nach Ende des II. Weltkriegs verfiel. Die KSS unterstützte dieses Vorhaben mit dem Bau von Ver­schlüssen - und den Versuch eines eigenen Nikon-Selbstauslösers, den Nikon jedoch nicht weiter verfolgte. Neben der Gravur "Made in occupied Japan" besitzt diese Kleinstauflage auch eine Seriennummer der Form 10xx.

1949: CANON SELF TIMER

Auch Canon baute an Leica-Kopien und ließ sich anfangs von der KSS mit Selbstauslösern beliefert. Im Gegensatz zu Nikon blieb Canon jedoch dem Konzept treu und hatte bis 1978 je nach Anforderung stets ein oder zwei Selbst­auslöser mit im Verkaufs­programm. Dem Urmodell ("Made in occupied Japan") folgten die Modelle II (1951), III (1955), IV (1957), V (1957), 6 (1963), 7 (1970) und 8 (1974).

(siehe auch Themenseite Canon)

1949: WALZ SELF TIMER

Unter der Marke Walz erschienen seit 1949 zahlreiche neue Zubehörartikel, u. a. auch Selbstauslöser. Verschiedene Herstellungsstandorte sowie eine stete Weiterentwicklung führten zu einer breiten Palette von Walz-Selbstauslösern, sowie Auftragsarbeiten für Copal, Pentax und Ricoh.

Bis zum Bankrott im April 1961 hatte Walz Standorte in Tokio, Osaka, Nagoya, Fukuoka und Washington D.C. (siehe auch Themenseite Walz).

1951: KSS 'KOPIL'

War die KSS bereits mit dem Kobal erfolgreich, so gelang Kobayashi mit seinem deutlich kleineren Kopil der endgültige Durchbruch zum führenden Hersteller von Selbstauslösern. Im Laufe der Jahre wurde der Kopil in seiner Bauweise mehrfach verändert und in unterschied­lichen Modellen für fast jede gängige Kamera angeboten. (siehe auch Themenseite Kopil)

1952: SHINANO 'PIGEON'

Nach einem normalen Pigeon Self Timer der Reihe Kobal stellte die Shinano Kōki nun diesen hübschen Selbstauslöser her. Die Gehäuseform einer Parkuhr war im Design geschützt (DSG. 101384). Natürlich gab es dieses Gerät neben dem Standardanschluss auch für Rollei und Leica. Aufmerksame Sammler finden zusätzlich alle möglichen Varianten in der Gehäusegröße, der Lage des Abstellhebels und der Zahlen auf der Zeitenscheibe (bis 25, 20 oder 15 Sekunden). Bekannt sind neben Pigeon auch die Namen Micronta und Votar.

1953: SUEHIRO SELF TIMER

Diese Reihe von Selbstauslösern mit großem, roten Signalpunkt stammen von der Suehiro Photo Industry Corp. aus Nagoya. Es gab sie in verschiedenen Modellen und unterschiedlichen Ausführungen sowie den üblichen Anschlüssen. Zusätzlich konnten Besteller größerer Mengen ihren eigenen Namen anbringen lassen.

(siehe auch Themenseite Suehiro)

1954: ORION SELF TIMER

Die Orion Seiki präsentierte 1954 die ‘Phoenix‘ 35mm SLR, von der lediglich drei handgefertigte Exemplare hergestellt wurden. Mit dabei war dieser teilweise auch handgefertigte Orion Self Timer, passend mit Leica-Glocke.

Die erste Serienprodukt mit einer Auflage von einigen 100 Stück erfolgte 1955 mit der ‘Orion T', die bereits ein Compur-Gewinde hatte. Noch im selben Jahr erfolgte die Umbenennung der Orion Seiki zur Miranda Camera Company.

1954: RENOWN SELF TIMER

Die Fujiwara Seisakusho war ein kleiner Kamerahersteller aus Tokio. Bekannt sind ihre beiden 6x6-Balgenkamera Oscar Six und Renown Six. Ansonsten stellte Fujiwara diese Selbstauslöser namens Renown oder Rondo her, der durch sein Plexiglasgehäuse einen Einblick in sein Innenleben ermöglicht. Neu an dem Gerät war die Möglichkeit, den Selbstauslöser nicht wie üblich über einen seitlichen Sperrhebel, sondern über einen Knopf am Kopfende zu starten.

1955: ROKUWA 'SIGNAL'

Der bereits etablierte Anbieter Rokuwa aus Tokio brachte einen neuen Selbstauslöser auf den Markt, der meist den Namen Signal trug. Es ist ein kleiner direkter Moment­auslöser mit zwei roten Signalflügeln, die vor dem Auslöse­moment links und rechts seitlich herausschwenken. Diese Technik war sowohl patent- als auch designgeschützt. Neben der Standardausführung gab es auch den Anschluss Rollei und Leica. (siehe auch Themenseite Rokuwa)

1955: MINOLTA 'AUTOCORD SELF TIMER'

Von Minolta sind viele, eher normale Selbstauslöser bekannt. Interessanter sind die speziellen Modelle für ihre zweiäugige Spiegelreflex-Kamer 'Autocord'. Denn anders als üblich, wo der Auslöser von oben an die Kamera geschraubt wird, liegt bei der 'Autocord' der Anschluss vorn an der Kamera direkt neben dem Objektiv. Für einen Selbstauslöser lässt sich die Stelle nur gewinkelt erreichen. (siehe auch Themenseite Minolta)

1956: ROKUWA 'POCKET'

Japanische Selbstauslöser haben vor allem eines gemeinsam: Die Funktionalität. Ein verchromter Kasten mit Aufzugwerk und Kameraanschluss - das war's.
Zumindest optisch bewegt sich der Pocket gegen den Strom des Einheitsbreis. Zusammengesteckt kann man das Teil wie einen etwas pummeligen Kugel­schreiber in der Hemdentasche tragen. Erst auf den zweiten Blick und bei Bedarf erscheint unter der stromlinienförmigen Hülle ein Selbst­auslöser. Der Clip erweist sich dabei als Aufzughebel und Signalgeber. Und mit dem Druckknopf ganz oben lässt sich das Uhrwerk starten. Den Pocket gab es in der Ausführung Compur, Rollei und Leica und kann je nach Distributor verschiedene Namen tragen.

1956: SUEHIRO 'SELF TIMER PAN HEAD'

Diese Idee ist ebenso praktisch wie selten: Beim Suehiro Self Timer Pan Head ist der Selbstauslöser direkt im Stativkopf eingebaut. Das macht durchaus Sinn, denn bei einer Aufnahme mit Selbstauslöser fehlt üblicherweise der Kameramann, so dass man stets auf ein Stativ angewiesen ist. Benutzt man nun noch diesen hübschen Stativkopf, hat man den kleinen Schnurrer gleich im Griff.
So richtig erfolgreich war diese Symbiose jedoch nicht. Vielleicht lag es an der fehlenden Signalscheibe und dem dadurch nicht erkennbaren Auslöse­moment. Bekannt sind die Namen: Lafayette, Minori, Suehiro.

1957: SELF TIMER 'FOR MOVIE'

Mit dem Aufkommen von Schmalfilmkameras gab es neue Anforderungen an einen Selbstauslöser: Statt nach einer bestimmten Vorlaufzeit nur kurz den Verschluss auszulösen, sollten diese nun zusätzlich einige Sekunden die Filmsequenz regulieren. Erste Auslöser dieser Art war der KSS Kopil 'for Movie' mit einer Laufzeit von 20 Sekunden. Es folgte eine Reihe unterschiedlicher Ausführungen verschiedener Firmen (siehe auch Themenseite Movie Self Timers).

1960: SELF TIMER 'FOR POLAROID'

Polaroid-Kameras waren von Natur aus anders und stellten besondere Anforderungen an einen Selbst­auslöser. Mal war der Anschluss schlecht erreichbar, mal ein sehr kräftiger Druck erforderlich. Im schlimmsten Fall gab es nicht mal einen Anschluss. Japanische Firmen boten entsprechende Modelle ‘for Polaroid‘ an. Bekannt sich Geräte von Accura, Admiral, Alpex, Avigo, Bittco, Bower, Capro, Commet, Cumen, Escot, Kalimar, Kinegon, Konair, Origin, Robin, Telesar, Voss und Votar (siehe auch Themenseite Polaroid).

1960: PENTAX SELF TIMER

Für den ultimativen Durchblick sorgte der Selbstauslöser für die SLR-Kamera Pentax H2. Seine Plexiglasgehäuse ermöglicht einen Einblick ins Innenleben des Uhrwerks. Das war nicht neu, aber durchaus erfolgreich. Honeywell bestellte ihn in größerer Menge für den amerikanischen Markt.

1964: KONICA UND MAMIYA SELF TIMER

"Kuck mal, Konica!" dürfte als einer der Werbeslogans der 90er Jahre noch vielen bekannt sein. Dock bereits in den 60ern setzte Konica auf visuelle Elemente. Der Konica Selbstauslöser hat hierfür eine unübersehbare große rote Signalscheibe mit aufgedrucktem Firmennamen.

Konica nutzte hierbei die Möglichkeit der Rokuwa, einen 'normalen' Momentauslöser durch einen eigens gestalteten Signalknopf zu individualisieren. Der von Mamiya bekam eine blaue Signalscheibe, Meiwa blau mit rotem Rand.

1969: OLYMPUS SELF TIMER

Früher oder später hatte eigentlich jeder japanische Kamerahersteller auch einen eigenen Selbstauslöser im Programm. Einer der letzten war die Firma Olympus parallel zur Neuerscheinung der Kleinbildkamera 35EC.

Neu an dem Olympus Self Timer war die seitliche Einstell­vorrichtung zur Auswahl, ob der Auslösestift zurückspringt oder für Serienaufnahmen ausgefahren bleibt. Durch die regulierbarer Länge des Ausösestifts ist das Gerät auch für die Kameras Olympus Pen S, Pen D, Pen EE-2, Pen, EES-2 und Trip 35 verwendbar.

1971: YASHICA ATORON ELECTRO SELF TIMER

Yashica brachte mit der Atoron eine 8x11 Subminiaturkamera ähnlich einer Minox auf den Markt. 1971 gab es als Folgemodell die Atoron Electro, die erstmals mit einem elektronischen Verschluss ausgestattet war. Die noch fehlende Selbstauslösefunktion wurde durch dieses passende Zubehör ergänzt, das wie die Kamera äußerst kompakt ist und ein mattschwarzes Finish besitzt. Obwohl 'Electro', ist dieser Selbstauslöser rein mechanisch.

1982: FUJI INSTANT SELF TIMER

Glaubte man schon, in den 80er Jahren wäre endlich Schluss mit mechanischen Selbstauslösern, brachte die Fuji Photo Film Co. für seinen eh schon wenig anmutenden Sofortbild­kameras der Reihe Fotorama einen passende Selbstauslöser auf den Markt: den fast 9 cm breiten Fuji Instant Self Timer, geeignet für die Kamera­modelle F-50S, F-51S, F-55Voice und F-60AF.

Wieso bei elektrisch funktionierenden Kameras eine solch klobige Mechanik einen Auslösekontakt schließen sollte, war schon bei Polaroid etwas merkwürdig.

1990: KONICA 'MR. HELPING HAND'

Die Entwicklung von Einwegkameras brachte in Japan eine Menge neuer und skurriler Selbstauslöser hervor. Den Anfang machte dieser kleine Helfer namens ‘Mr. Helping Hand‘. Die blaue Plastikfigur war speziell für die ‘Nice Shot‘ von Konica konzipiert, wobei der eine Arm zum Aufziehen und der andere zum Auslösen dient. Obwohl ein Lächeln für Fotos sicherlich hübscher wäre, macht ‘Mr. Helping Hand‘ jedoch ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Niedlich ist er trotzdem.

1993: KONICA 'TOCCYAROU'

Nach 'Mr. Helping Hand' unternahm Konica mit dem Toccyarou einen zweiten Versuch, ihren Einwegkameras mehr Eigendynamik zu ermöglichen. Weiterhin aus blauem Plastik, aber deutlich sachlicher, war seine Handhabung durch gelb abgesetzte Funktionsträger nun leichter zu erkennen. Der verstellbarer Auslöseknopf erlaubte zusätzlich die Verwendung verschiedener Kameramodelle.
Der Konica Toccyarou kostete
1800¥ inklusiv einem kleinen Stativ und 3600¥ als Komplettpaket mit einer Einwegkamera des Typs Konica 'MiNi'.

1994: FSK 'SHUTTER MAN'

Für stolze 3800¥ erhielt man diese ultimative Allzweckwaffe zur selbsttätigen Auslösung jeder handelsüblichen Einwegkamera: den patentierten 'Shutter Man' der Firma FSK. Schlichte Funktionalität verdrängte hier jede Form des Designs.

Mit einem an der Unterseite befindlichem Gewinde lässt sich das Gerät auf einem Stativ befestigen. Die Kamera wird dann über eine Art Klemmzwinge eingespannt und das Kopfstück so eingestellt, dass der Auslösestempel direkt über dem Auslöseknopf der Kamera befindet. Nun braucht man nur noch aufzuziehen, um die ganze Konstruktion ablaufen zu lassen. Nicht schön, aber selten.

1995: FUJICOLOR 'CLIPPER'

Fuji stellte für seine QuickSnap-Einwegkameras einen eigene Selbstauslöser namens Clipper vor. Der Name ent­sprang der neuartigen Möglichkeit, die gesamte Konstruktion inklusiv der eingespannter Kamera und einem integrierten Stativ an einen festen Gegen­stand befestigen zu können.

Der normale Clipper hatte hierfür an einem Stativbein eine große und kräftige Klammer, während das billigere Modell Clipper S lediglich einen schmaler Clip besaß (Abb). Spätere Modelle hatten ein transparentes Gehäuse und die Bezeichnung Clipper II, bzw. Clipper SS.

1995: TRÄUMER 'TOCCYAROU'

Auch der Toccyarou entwickelte sich weiter. Statt einem einfachen Blau gab es das Modell nun in einem transparenten Gehäuse mit verschiedenfarbigen Zahnrädern in unterschiedlichen Kombinationen. Hersteller war die Träumer International Ltd. aus Hongkong, einem internationalen Händler für Spielzeug- und Geschenkartikel.

Fuji reagierte bald mit einem ebenfalls transparenten Gehäuse, während Träumer von Fuji die Stativklammer abkupferte.

1997: FUJIFILM 'FOTORAMA SHUTTER MAN'

Inspiriert von Minoltas 'Mr. Helping Hand' und dem Erfolg der Clipper hatte Fuji bald einen eigenen Helden: den 'Fotorama Shutter Man'. Diese knapp 13 cm hohe Plastikfigur klemmte wie sein blauer Kollege seitlich an einer Kamera und sollte bei der Aufnahme für ein Lächeln sorgen, sofern man über eine Sofortbildkamera des Typs Fuji Fotorama 90 oder 91 ACE verfügte.

2000: FUJIFILM 'NYAROME DE CHEESE'

Mit der ‘Instax mini‘ brachte Fujifilm eine kleine Sofortbild­kamera auf den Markt, die unter dem Spitznamen 'Cheki‘ vor allem jüngere Menschen ansprechen sollte. Zur Markteinführung des Modells Cheki Instax mini 20 wählte man als Werbeträger Nyarome, einem sehr beliebten Charakter aus dem Manga 'Mōretsu Atarō'.

Der durchgeknallte Straßenkater zierte nun Werbe­­geschenke wie Uhren­radios und Haartrockner, die mit der Kampagne "Cheki Chance!" von Fujifilm verlost wurden. Mit dabei war auch dieser für die Cheki passende Selbstauslöser namens 'Nyarome de Cheese'. Mit einer Größe von etwa 30 x 20 x 14,5 cm (H/B/T) ist dieses Gerät locker der größte Selbst­auslöser weltweit.

Das im Handel erhältliche Modell ohne Kater bringt es auf immerhin noch auf 20 x 12 x 6,5 cm und besteht im wesentlichen aus einem orangefarbenen Plasikkasten mit weißen Applikationen.

2001: DAS ENDE JAPANISCHER SELBSTAUSLÖSER

Mangelte es japanischen Selbstauslösern bislang an Vielseitigkeit, konnte man nun im Teleshopping den neuen, einzigartigen und unglaublichen Toccyarou II in exklusiven Farben zum einmaligen Sensations­preis von nur noch 800¥ erwerben (plus Versandkosten). Dieses Gerät war für alle Einweg­kameras gleichermaßen passend und durfte in keinem Haushalt fehlen.

Mit dem Ende der Einwegkameras war dies der Ausverkauf der letzten Plastikteile seiner Art. Der Hersteller ging im Jahre 2003 pleite.

WEITERE SELBSTAUSLÖSER (AUSWAHL)

Acurra Adjustable Selftimer - matt verchromt, asymmetrische Aufzugpfeil, vorn Einstellknopf mit Zahlen 1-2-3-0, seitl. Abstellknopf mit Kennzeichnung "S".

Chelico - blank verchromt, Leica-Anschluss, seitl. Startknopf, Aufzugrad mit Zahlen 0-5-10-15

Colon - matt verchromt, seitl. Startknopf, Aufzugscheibe schwarz unterlegt mit Zahlen 5-10-15

Copal - matt verchromt, Aufzugrad schwarz unterlegt mit Zahlen 5-10-15, seitl. Startknopf, Beschriftung "Copal Selftimer", "JIS No. 4746", "Pat. No. 455754" und "Made in Japan".

Daima - matt verchromt mit blanker Front, Leica-Anschluss, seitl. Startknopf, Aufzugrad mit Zahlen 0-5-10-15, Beschriftung "Pat. P403207" - "Daima self timer" - "Tokyo Japan".

Elega - einfacher Momentauslöser, Standard, Rollei oder Leica-Anschluss, ähnlich Kopil I.

Elite - matt verchromt, Leica-Anschluss, seitl. Startknopf, Aufzugrad mit grauem Kunstleder, Beschriftung "Elite" und "Japan".

Kalimar - blank verchromt, 'Hama'-Gehäuse, Standard-Anschluss, seitl. Schiebeknopf, Aufzughebel mit schwarzer Scheibe und eingeklebtem Signalpunkt in rot-metallic.

King - matt verchromt, Aufzugscheibe weiß unterlegt mit Zahlen 0-5-10-15, seitl. Abstellhebel

MACH - matt verchromt, Aufzughebel mit pfeilartigem Signalgeber, seitl. Abstellhebel, rückseitiges Fenster mit Zahlen bis 13 sek. und Beschriftung "Time".

Maruya - matt verchromt, Leica-Anschluss, seitl. Sperrscheibe, Aufzughebel mit kleinem Signalpunkt.

Metro - blank verchromt, Standard- oder Rollei-Anschluss, seitl. Sperrscheibe, ähnlich Kopil I.

Riken/Ricoh - viele verschiedene Modelle, siehe Themenseite Riken

Rondo - matt verchromt, Standard-, Rollei- oder Leica-Anschluss, seitl. Schiebeknopf, Aufzugrad mit grauem Kunstleder, Beschriftung "Rondo Japan" und "P403207".

Paloma - matt verchromt, asymmetrische Aufzugpfeil, vorn rot lackierter Einstellknopf mit Zahlen 1-2-3-0, seitl. Abstellknopf mit Kennzeichnung "S".

Snap-Rite - matt verchromt, matt verchromte Aufzugscheibe, Startknopf oben

SPI - blank verchromt, 'Hama'-Gehäuse, Standard-Anschluss, seitl. Schiebeknopf, Aufzugrad glatt schwarz unterlegt mit Beschriftung "To-Right".

Tommy - blank verchromt, Leica-Anschluss, seitl. Abstellhebel, ähnlich Kopil I.

Toshiba - Modell "T-10", matt chromt, roter Signalpunkt mit Beschriftung "TPS", Zahlen 2-4-8-10

Una - Nachbau des Autoknips I, matt oder blank verchromt.

Wargen - Front blank, Seiten grob matt vernickelt, seitl. Abstellhebel, einseitiger Aufzughebel, rot lackierte Signalscheibe.

Wester - blank verchromt, Standard- oder Rollei-Anschluss, seitl. Abstellhebel rechts, Aufzugshebel mit blau lackierten Knöpfen und rot lackierter Signalraute.

letzte Änderung: 17.12.19